„Abschied“

 

Jetzt ist es bald soweit und ich kann meine verbleibenden Tage schon an einer Hand abzählen… 😦

Noch habe ich einige Sachen zu tun, Verabschiedungen stehen noch bevor und die letzten Geschenkchen müssen eingekauft werden. Den Abschied in meiner Arbeit habe ich schon hinter mir und ich wusste, dass es traurig werden würde, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass es so schlimm wird. Zwei Tage vor meinem letzten Arbeitstag durfte ich schon nicht mehr in den oberen Arbeitsbereich und am letzten Tag durfte ich unsere Sala gar nicht mehr betreten. Die Kinder sind heimlich hin und her gehuscht, damit ich nichts mitbekommen und alle waren fleißig am vorbereiten. Als es dann soweit war, bin ich in einen abgedunkelten Raum geführt wurden, indem alle Kinder in einem Kreis saßen. In diesem Kreis wurde eine Kerze herum gegeben und jedes Kind hat ein paar schöne Worte an mich gerichtet. Darunter „Wir werden dich vermissen..“, „Wir lieben dich..“, „Es war eine schöne Zeit mit dir..“, „Vergiss uns nie, denn wir werden dich nie vergessen..“. Dabei haben meine Kollegen geweint, ich habe aus allen Ecken die Kinder schluchzen hören und ich selber konnte meine Tränen auch nicht unterdrücken. Es war eine tolle Zeremonie, aber es war für mich unglaublich herzzerreißend, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass die Kinder weinen würden. Jedes Jahr kommen Freiwillige, bleiben ein Jahr lang und dann verlassen sie die Kinder wieder und deshalb war ich nicht auf ihre Tränen vorbereitet. Das ich weinen würde, war mir von Anfang an klar! Nachdem sich alle wieder ein bisschen beruhigten, setzten wir uns an eine bereit gestellte Tafel voller Essen. Es gab eine große Auswahl an Kuchen, Brownies, Keksen, anderen Leckereien und verschiedenen Säften. Danach überreichten mir die Kinder und meine Kollegen einige Geschenke auch hier rechnete ich nicht mit so vielen wundervollen Erinnerungsgeschenken! Ich habe mich unglaublich gefreut und beschenkte auch die Kinder und Kollegen mit jeweils einer selbst zusammengestellten Süßigkeitentüte und einem personalisierten Schlüsselanhänger. Als nächstes stand eine „Fiesta“ an und die Kinder konnten Karaoke singen, im Partylicht tanzen und wir genossen die letzten gemeinsamen Minuten miteinander. Danach wurden die Kinder nach und nach abgeholt und ich verabschiedete mich endgültig von ihnen..       Um den Abend schön ausklingen zu lassen, gingen meine Kollegen und ich nach Arbeitsschluss noch gemeinsam etwas essen und unterhielten uns lange. Da aber keiner bereit war, sich wirklich von mir zu verabschieden und auch ich nicht noch einen Abschied durchstehen wollte, verabredeten wir uns noch einmal für Freitag zum Essen gehen. An diesem Abend stand aber trotzdem noch ein weiterer Punkt an, nämlich der letzte gemeinsame Freiwilligenabend, an dem wir noch einmal über alle möglichen Themen sprachen, wie wir uns fühlen und wie schnell dieses Jahr vorüber zog. Zum Schluss spielten wir Gitarre und sangen alle miteinander, was eines unserer „Rituale“ in diesem Jahr geworden ist.

So sah meine letzte Woche aus, vorgestern habe ich mich von meiner Mitbewohnerin verabschiedet, gestern von meinem Haus und meiner Wohngegend. Am Wochenende steht wie gesagt der Abschied mit meinen Kollegen aus und am Samstag schmeiße ich noch eine kleine Abschiedsparty als Dankeschön für meine Familie.

Ich hatte ein tolles Jahr hier in Chile, ich habe viele bezaubernde Menschen kennenlernen dürfen, ich bereiste ein wenig das Land und wurde beeindruckt von der wunderschönen Natur, die Chile besitzt. Außerdem wurde ich in meiner Arbeitsstelle wie auch von meiner Familie mit offenen Armen herzlichen willkommen geheißen und sofort aufgenommen. Ich habe das ganze Jahr über gewusst, dass der Tag kommen wird, an dem ich wieder nach Hause fliegen muss und es war in Ordnung für mich, weil ich mich trotzdem auf Zuhause freue. Aber jetzt ist das Datum schon so nah und ich muss so viele tolle Charaktere zurück lassen, die mir das Jahr verschönert und versüßt haben und das tut weh. Aber ich weiß, dass ich eines Tages zurück kommen und alle besuchen werde, die mir in diesem Jahr ans Herz gewachsen sind. Und sobald ich im Flugzeug sitze und weiß, dass ich einige Stunden später meine Eltern, meinen Bruder, meine Oma und meine Freunde in den Armen halten kann, ist es auch wieder schön, nach Hause zu kommen.

Ich hoffe, ihr habt euch immer wieder über meine Blogeinträge gefreut und ich konnte euch gut schildern, wie ich mich fühlte und was ich erleben konnte. Ich bedanke mich bei euch für´s lesen meines Blogs.

Ganz liebe Grüße von eurer Laura 🙂

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