„Die vergangenen Monate“

Es ist leider eine Ewigkeit her, dass ich mich hier auf meinem Blog gemeldet habe. Über Ostern hatte ich das große Glück, dass ich für mich persönlich ganz hohen Besuch bekommen konnte. Es waren mein Papa und mein Bruder, die mich für zwei Wochen bei mir in Chile besuchten. Vorher war ich natürlich total aufgeregt, es war eine unglaubliche Vorstellung, dass mein Papa mich in MEINEM Haus besuchen könnte, mein Leben hier kennenlernen kann und das ich die beiden einfach wiedersehen und in den Arm nehmen werde.

Angefangen hat unsere gemeinsam Zeit beim abholen am Flughafen, wo ich die beiden sofort in meine Arme schloss und einfach glücklich war. Diesen Tag verbrachten wir in Concepción, da wir uns gleich am nächsten Morgen auf den Weg zur Isla Mocha machten. Ich habe die Zeit dort sehr genossen, da die Mischung meiner Trauminsel, verbunden mit meinen Liebsten, einfach toll war. Dem Finn hat der Aufenthalt auch sehr gut getan. Wenn man eine Zeit auf der Insel verbringt, merkt man erst, dass man ein Stadtkind ist, auch wenn wir nur in Fürth wohnen. Natürlich war es für den Papa auch eine besondere Zeit, weil er die Isla mit vielen Gefühlen und Erinnerungen verbindet. Leider verbrachten wir viel zu wenig Zeit dort, da gleich darauf ein Familientreffen in Chillán stattfand, also mussten wir uns wieder von der Trauminsel verabschieden. Auf dem Fest sind wieder viele Leute zusammen gekommen, wir konnten uns unterhalten, alle lernten meinen kleinen Bruder kennen und der Finn hatte viele Spielgefährten mit denen er sich das Wochenende schön machte (da war dann sogar die große Schwester ein wenig uninteressant). Danach blieb uns noch eine Woche zusammen, in der die beiden eine Nacht bei mir übernachteten, meine Mitbewohnerin/Freundin kennenlernen konnten und mich in die Arbeit begleiteten. Mein Bruder spielte sofort mit den anderen Jungs Fußball und war im Geschehen mit eingeschweißt, mein Papa hat sich super mit meinen Kolleginnen unterhalten und sich auch gut in der Fragerunde für die Kinder geschlagen. Zuletzte verbrachten wir noch einen Tag zusammen in Santiago und wurden noch zu einem letzten „Asado – Grillfest“ eingeladen. Und dann hieß es schon wieder Abschied nehmen.. Es war traurig, aber es war okay sie wieder gehen zu lassen. Wir wussten alle, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis wir uns wieder sehen würden.

Dann ging es für uns los, eine Axt zu besorgen, damit wir unser vieles Holz klein bekommen, um jeden Tag das Haus aufzuheizen. Es ist unglaublich, wie schnell die Wärme aus diesem kleinen Haus verschwindet und man morgens schon beim Aufstehen erfriert. Nebenbei muss man bedenken, dass man sich erst einmal eine gute Taktik überlegen muss, um das Holz am schnellsten zum brennen zu bekommen. Für mich war ein schöner, lodernder Holzofen immer ein romantisches Detail, aber jetzt ist es meistens nur noch zeitaufwändig und nervig 😦

Außerdem habe ich diesen Monat meinen Geburtstag hier gefeiert, mit allem drum und dran. Zuerst feierte ich mit meinen Freunden an einem Freitag in meinem Geburtstag hinein, wir machten uns mehrere Pizzen, tranken Weißwein und haben in der Küche herumgetanzt. Meine Mädels verbannten mich von Anfang an aus dem Nebenraum, in das ich um Mitternacht geführt wurde. Alle Geschenke waren auf dem Tisch verteilt, der Raum wurde mit Luftballons und Luftschlangen verziert und es standen viele Leckerein mit Kerzen auf dem Tisch. An meinem Geburtstagsmorgen bin ich extra ein bisschen früher aufgestanden, um einen Obstsalat und den Frühstückstisch vorzubereiten. Außerdem gab es Rührei, Muffins, Brownies, Brötchen mit verschiedenstem Aufstrich und leckeren Kaffe. Um die Mittagszeit herum telefonierte ich dann mit meiner Familie und sie gratulierten mir ganz herzlich. Es war komisch für uns alle, weil ich zum ersten Mal einen Geburtstag ohne meine Eltern verbrachte. Einen Großteil meiner Familie hatte ich aber trotzdem bei mir, hier in Chile. Am Nachmittag wurden wir alle in das Haus meiner Tante eingeladen, Familie und Freunde, um zusammen zu sitzen, Completos (HotDogs) zu essen und die Torte anzuschneiden. Mein persönlicher Favorit des Nachmittags bezog sich auf mein Geburtstagslied, es wurde in drei Variationen gesungen, eins auf Spanisch und zwei verschiedene auf Deutsch. Es war sehr lustig und ich freute mich riesig! Zum krönenden Abschluss, gingen wir am Abend noch feier und tanzten bis morgens um 5 Uhr. Für mich war es ein unvergesslicher Geburtstag und ich fande es schön, nicht alleine zu sein.

Das war im großen und ganzen alles, was ich in dieser Zeit erlebt habe und es ist für mich unglaublich, wie schnell die Zeit verrennt. Letztens sagte ich, dass ich in 4 Monaten nach Hause fliege, vor kurzen sagte ich dann, dass es in 3 Monaten so weit sei und in Kürze werde ich sagen, dass es noch 2 Monate sind. Die Zeit vergeht im Flug und ich muss ehrlich sagen, dass ich mich im Moment sehr auf mein Zuhause, meine Familie und Freunde freue. Ich werde die kurze Zeit, die mir hier noch bleibt genießen und in nicht all zu langer Zeit heißt es für mich dann wieder „Abschied nehmen“, was für mich auch nicht leicht werden wird, weil ich auch hier ein großes Stück Heimat zurück lassen werde.

Liebe Grüße, eure Laura 🙂

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