„Urlaub, oder das Land besser kennenlernen“

 

Hallo meine Lieben,

hier bin ich nun wieder zurück in Concepción, nach einem aufregenden und erlebnisreichen Februar.

Angefangen haben meine Ferien mit unserem Zwischenseminar in „Punta de Tralca“ , südlich von Valparaíso. Dort reflektierten wir das vergangene halbe Jahr und haben unsere Erfahrungen ausgetauscht. Dabei ist mir erst richtig bewusst geworden, was ich in diesen sechs Monaten alles gelernt habe. Unser zweiter wichtiger Punkt beim Seminar war die Vorbereitung auf die nächsten Monate und auf die Rückkehr nach Deutschland. Wir sprachen über den rückwirkenden Kulturschock und uns wurden verschiedenste Szenarien aufgezeigt, bei denen ich mir gut vorstellen kann, dass sie auch bei mir eintreffen werden.  Außerdem sollten wir uns nach dem „SMART-Modell“ Ziele für unser zweites Halbjahr setzen und es genauer planen. Das Seminar dauerte 10 Tage und ich freute mich sehr die anderen Freiwilligen wieder zu sehen und natürlich von ihren Reisezielen zu erfahren.

Wenn ich gerade davon spreche, fange ich doch einfach mal an, euch von meiner einmonatigen Reise zu erzählen…

Ich bin gemeinsam mit einer anderen Freiwilligen aus Santiago losgezogen, wir hatten vorher keine speziellen Pläne gemacht, sondern wollten uns einfach vor Ort inspirieren lassen und unabhängig sein. Zu aller erst sind wir von Santiago nach „Puerto Montt“ geflogen, um uns kostbare Zeit zu sparen. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus und der Fähre (hier haben uns Delphine begleitet!) gleich auf die Insel „Chiloé“, wo wir an einer Straßenkreuzung nur durch trampen an unser eigentliches Ziel gelangen konnten. In „Quemchi“ hatten wir unsere einzige Unterkunft vorher über Airbnb gebucht, wodurch wir wohl auch in einem kleinen Dorf wie „Quemchi“ landeten. Trotzdem machten wir uns am nächsten Tag zu Fuß auf den Weg zu einer kleinen Nebeninsel und  am Abend sahen wir uns auf dem Marktplatz noch eine Präsentation des chilenischen Nationaltanzes „Cueca“ an (sehr kompliziert). Um noch mehr von der großen Insel zu sehen, machten wir uns dann mit unseren Rucksäcken auf den Weg nach „Castro“, dem Hauptort Chiloes, wo wir mehrere Artesania Stände, also Handwerksausstellungen angesehen haben. Am Abend ging es dann nach „Quellón“, um von dort aus mit der Fähre wieder auf’s Festland, Richtung Süden, zu gelangen.

Am nächsten Morgen angekommen in der Provinzhauptstadt „Chaitén“, waren wir mit weiteren Backpackern auf der Suche nach einem Hostel für eine Nacht. Spontan haben wir uns für den Tag vorgenommen, auf den Vulkan von Chaitén hoch zulaufen. Ich stellte mir das ganze um einiges weniger anstrengend vor, als es tatsächlich war. Der ganze Weg bis zur Spitze war mit Stufen versehen! Oben angekommen entschädigte die tolle Aussicht, die rauchenden Vulkane, der im Tal verlaufende Fluss. Es waren überall kaputte Bäume, zerstört vom letzten Vulkanausbruch im Jahr 2008, der große Spuren hinterlassen hat. Auf der Strecke vom Vulkan nach Chaitén sind am frühen Abend keine Busse mehr gefahren, also mussten wir wieder trampen. Dies war das erste Mal, dass ich auf einer „Camioneta“ (Pickup) auf der Ladefläche mitgefahren bin und es hat genau so viel Spaß gemacht, wie ich die ganze Zeit gehofft hatte 😉 Die nächsten zwei Nächte verbrachten wir in Puyuhuapi, unserem südlichsten Reiseziel von Chile. Dort besuchten wir am ersten Tag den Nationalpark „Queulat“, wir haben uns dafür ein paar kleinere Wanderstrecken ausgesucht, weil uns der Muskelkater noch ziemlich quälte. Nachmittags entschieden wir uns dann für eine Bootstour in der Lagune des Parks, um die Hauptattraktion, die Hängegletscher näher betrachten zu können. Sehr imposant! Auf dem Rückweg waren wir wieder, genau wie 10 andere Menschen, auf’s trampen angewiesen. Also stellten wir uns erstmal hinten an… bis ein LKW mit einer großen Ladefläche vorbei kam und die Ganze Straße aufräumte und alle Backpacker mitgenommen hat, zum Schluss saßen 15 Menschen hinten drauf. Das war eine sehr coole und lustige Erfahrung. Im Süden Chiles ist es das einfachste zu trampen und es ist auch ganz normal, da einem meistens gar keine andere Möglichkeit übrig bleibt!

Von Puyuhuapi aus nahmen wir uns dann den ganzen Tag Zeit zu trampen, um so weit in den Norden wie möglich zu gelangen. Am Abend landeten wir dann wiedermals in Chaitén, verbrachten nur eine Nacht dort und sind in der Früh gleich weiter gezogen. Den halben Tag verbrachten wir dann wieder auf einer großen Fähre und wir beschäftigten uns, indem wir Musik hörten und die Aussicht genossen. Bei  Sonnenuntergang kamen wir dann in „Hornopiren“ an, wo wir auch wieder nur eine Nacht in einem Hostel verbrachten. Was diesmal anders war, ist dass wir die einzigen Menschen in diesem großen Haus waren, auch mal schön 😉 Morgens ging es dann bei regnerischem Wetter mit dem Bus nach „Puerto Montt“. Da wir uns aber mehr für die Nachbarstadt „Puerto Varas“ interessierten, suchten wir uns dort gleich unsere nächste Unterkunft. Gefunden haben wir nach einiger Suche ein cooles Hostel, sehr groß und mit allem ausgestattet. Dieses Hostel war mein persönlicher Favorit auf der Reise. Dadurch, dass wir drei Nächte dort verbrachten, blieb uns natürlich auch viel Zeit, um andere Reisende kennenzulernen und sich auszutauschen. An einem der verfügbaren Tage schauten wir uns die Stadt genauer an und ich bin der Meinung, dass man durch den Aufbau der Stadt erkennt, dass „Puerto Varas“ einen „Deutschen Touch“ hat, da es damals von deutschen Einwanderern besiedelt wurde. Für den nächsten Tag schieden wir uns für Wildwasser-Rafting, da es regnen sollte und der Fluss dadurch mehr Wasser zur Verfügung hat. Es war eine tolle Erfahrung und ich war sehr glücklich, dass ich nicht versehentlich aus dem Boot gefallen bin.

Danach ging es auch schon wieder weiter nach Valdivia, die Stadt wo „Das gute Bier – Kunstmann“ seinen Ursprung hat, außerdem ist hier der berühmte Fischmarkt mit anschließender Seelöwenfütterung. Von dort aus machten wir uns dann auf den Weg Richtung Norden nach „Pucón“, wo ich am Anfang meines Chilejahres schon einmal war, deshalb wusste ich, wie touristisch die Stadt aufgebaut ist. Jedoch erwanderten wir diesmal noch einen Nationalpark, es war wieder ziemlich anstrengend, aber man hatte seine Aussicht immer auf den wunderschönen Vulcano „Villarrica“ und den gleichnamigen See. Unser letztes gemeinsames Reiseziel war „Temuco“. Da meine Freundin aber hauptsächlich noch den Nationalpark „Conguillio“ machen wollte, suchten wir uns eine Unterkunft in „Curacautin“, da dieses Dorf näher am Eingang lag. Ich machte diesen Ausflug in den Park nicht mit, da meine Blasen an den Füßen von Tag zu Tag nicht kleiner, sondern größer und schmerzhafter wurden (einen Tag im Zimmer/Bett, mit Buch, ist auch sehr schön und entspannend. Ist ja Urlaub!). Von dort aus trennten sich dann unsere Wege und ich bin zurück nach Concepción gefahren um meine Wäsche zu waschen und nachzusehen, ob mein Haus noch steht 😉

Nach zwei Nächten in der Großstadt ging es dann mit einem größeren Teil meiner Familie auf die „Isla Mocha“, die wirklich existierende TRAUMINSEL!! Dort traute ich mich auf ein Pferd. ICH bin geritten.. das würde ich selbst immer noch nicht glauben, wenn da nicht das Beweisfoto wäre 🙂 Eigentlich dachte ich, dass man in die Wüste Chiles fahren müsste  um diesen wunderschönen, unglaublich riesigen Sternenhimmel sehen zu können, aber es reichte aus auf der Mocha nur nachts im Garten zu sitzen und den Himmel zu betrachten. Hier ist so gut wie kein Lichtsmog, für einen Europäer kaum vorstellbar. Erstaunlicherweise verläuft die Milchstraße direkt über uns, so viele Sterne. Ansonsten war es einfach schön, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und alle besser kennenzulernen. Es ist hier richtiges Landleben mit Viehzucht und Fischerei, basic, einfach schön. Ich habe die 10 Tage genossen, so dass mir der Abschied sehr schwer fiel. Aber ich komme wieder!

Zurück in Concepción brachte ich mein Haus wieder auf „Vordermann“ und natürlich hatten wir Freiwilligen uns alle ganz viel von unseren unterschiedlichen Reisen zu erzählen. In die Arbeit und den Alltag kam ich auch wieder relativ schnell und gut rein. Fast schneller als es einem lieb ist 😉

Hoffentlich konnte ich euch einen kleinen Einblick in meine Reise geben und es hat euch gefallen.

Bis zum nächsten Mal, Eure Laura!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s