„Urlaub, oder das Land besser kennenlernen“

 

Hallo meine Lieben,

hier bin ich nun wieder zurück in Concepción, nach einem aufregenden und erlebnisreichen Februar.

Angefangen haben meine Ferien mit unserem Zwischenseminar in „Punta de Tralca“ , südlich von Valparaíso. Dort reflektierten wir das vergangene halbe Jahr und haben unsere Erfahrungen ausgetauscht. Dabei ist mir erst richtig bewusst geworden, was ich in diesen sechs Monaten alles gelernt habe. Unser zweiter wichtiger Punkt beim Seminar war die Vorbereitung auf die nächsten Monate und auf die Rückkehr nach Deutschland. Wir sprachen über den rückwirkenden Kulturschock und uns wurden verschiedenste Szenarien aufgezeigt, bei denen ich mir gut vorstellen kann, dass sie auch bei mir eintreffen werden.  Außerdem sollten wir uns nach dem „SMART-Modell“ Ziele für unser zweites Halbjahr setzen und es genauer planen. Das Seminar dauerte 10 Tage und ich freute mich sehr die anderen Freiwilligen wieder zu sehen und natürlich von ihren Reisezielen zu erfahren.

Wenn ich gerade davon spreche, fange ich doch einfach mal an, euch von meiner einmonatigen Reise zu erzählen…

Ich bin gemeinsam mit einer anderen Freiwilligen aus Santiago losgezogen, wir hatten vorher keine speziellen Pläne gemacht, sondern wollten uns einfach vor Ort inspirieren lassen und unabhängig sein. Zu aller erst sind wir von Santiago nach „Puerto Montt“ geflogen, um uns kostbare Zeit zu sparen. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus und der Fähre (hier haben uns Delphine begleitet!) gleich auf die Insel „Chiloé“, wo wir an einer Straßenkreuzung nur durch trampen an unser eigentliches Ziel gelangen konnten. In „Quemchi“ hatten wir unsere einzige Unterkunft vorher über Airbnb gebucht, wodurch wir wohl auch in einem kleinen Dorf wie „Quemchi“ landeten. Trotzdem machten wir uns am nächsten Tag zu Fuß auf den Weg zu einer kleinen Nebeninsel und  am Abend sahen wir uns auf dem Marktplatz noch eine Präsentation des chilenischen Nationaltanzes „Cueca“ an (sehr kompliziert). Um noch mehr von der großen Insel zu sehen, machten wir uns dann mit unseren Rucksäcken auf den Weg nach „Castro“, dem Hauptort Chiloes, wo wir mehrere Artesania Stände, also Handwerksausstellungen angesehen haben. Am Abend ging es dann nach „Quellón“, um von dort aus mit der Fähre wieder auf’s Festland, Richtung Süden, zu gelangen.

Am nächsten Morgen angekommen in der Provinzhauptstadt „Chaitén“, waren wir mit weiteren Backpackern auf der Suche nach einem Hostel für eine Nacht. Spontan haben wir uns für den Tag vorgenommen, auf den Vulkan von Chaitén hoch zulaufen. Ich stellte mir das ganze um einiges weniger anstrengend vor, als es tatsächlich war. Der ganze Weg bis zur Spitze war mit Stufen versehen! Oben angekommen entschädigte die tolle Aussicht, die rauchenden Vulkane, der im Tal verlaufende Fluss. Es waren überall kaputte Bäume, zerstört vom letzten Vulkanausbruch im Jahr 2008, der große Spuren hinterlassen hat. Auf der Strecke vom Vulkan nach Chaitén sind am frühen Abend keine Busse mehr gefahren, also mussten wir wieder trampen. Dies war das erste Mal, dass ich auf einer „Camioneta“ (Pickup) auf der Ladefläche mitgefahren bin und es hat genau so viel Spaß gemacht, wie ich die ganze Zeit gehofft hatte 😉 Die nächsten zwei Nächte verbrachten wir in Puyuhuapi, unserem südlichsten Reiseziel von Chile. Dort besuchten wir am ersten Tag den Nationalpark „Queulat“, wir haben uns dafür ein paar kleinere Wanderstrecken ausgesucht, weil uns der Muskelkater noch ziemlich quälte. Nachmittags entschieden wir uns dann für eine Bootstour in der Lagune des Parks, um die Hauptattraktion, die Hängegletscher näher betrachten zu können. Sehr imposant! Auf dem Rückweg waren wir wieder, genau wie 10 andere Menschen, auf’s trampen angewiesen. Also stellten wir uns erstmal hinten an… bis ein LKW mit einer großen Ladefläche vorbei kam und die Ganze Straße aufräumte und alle Backpacker mitgenommen hat, zum Schluss saßen 15 Menschen hinten drauf. Das war eine sehr coole und lustige Erfahrung. Im Süden Chiles ist es das einfachste zu trampen und es ist auch ganz normal, da einem meistens gar keine andere Möglichkeit übrig bleibt!

Von Puyuhuapi aus nahmen wir uns dann den ganzen Tag Zeit zu trampen, um so weit in den Norden wie möglich zu gelangen. Am Abend landeten wir dann wiedermals in Chaitén, verbrachten nur eine Nacht dort und sind in der Früh gleich weiter gezogen. Den halben Tag verbrachten wir dann wieder auf einer großen Fähre und wir beschäftigten uns, indem wir Musik hörten und die Aussicht genossen. Bei  Sonnenuntergang kamen wir dann in „Hornopiren“ an, wo wir auch wieder nur eine Nacht in einem Hostel verbrachten. Was diesmal anders war, ist dass wir die einzigen Menschen in diesem großen Haus waren, auch mal schön 😉 Morgens ging es dann bei regnerischem Wetter mit dem Bus nach „Puerto Montt“. Da wir uns aber mehr für die Nachbarstadt „Puerto Varas“ interessierten, suchten wir uns dort gleich unsere nächste Unterkunft. Gefunden haben wir nach einiger Suche ein cooles Hostel, sehr groß und mit allem ausgestattet. Dieses Hostel war mein persönlicher Favorit auf der Reise. Dadurch, dass wir drei Nächte dort verbrachten, blieb uns natürlich auch viel Zeit, um andere Reisende kennenzulernen und sich auszutauschen. An einem der verfügbaren Tage schauten wir uns die Stadt genauer an und ich bin der Meinung, dass man durch den Aufbau der Stadt erkennt, dass „Puerto Varas“ einen „Deutschen Touch“ hat, da es damals von deutschen Einwanderern besiedelt wurde. Für den nächsten Tag schieden wir uns für Wildwasser-Rafting, da es regnen sollte und der Fluss dadurch mehr Wasser zur Verfügung hat. Es war eine tolle Erfahrung und ich war sehr glücklich, dass ich nicht versehentlich aus dem Boot gefallen bin.

Danach ging es auch schon wieder weiter nach Valdivia, die Stadt wo „Das gute Bier – Kunstmann“ seinen Ursprung hat, außerdem ist hier der berühmte Fischmarkt mit anschließender Seelöwenfütterung. Von dort aus machten wir uns dann auf den Weg Richtung Norden nach „Pucón“, wo ich am Anfang meines Chilejahres schon einmal war, deshalb wusste ich, wie touristisch die Stadt aufgebaut ist. Jedoch erwanderten wir diesmal noch einen Nationalpark, es war wieder ziemlich anstrengend, aber man hatte seine Aussicht immer auf den wunderschönen Vulcano „Villarrica“ und den gleichnamigen See. Unser letztes gemeinsames Reiseziel war „Temuco“. Da meine Freundin aber hauptsächlich noch den Nationalpark „Conguillio“ machen wollte, suchten wir uns eine Unterkunft in „Curacautin“, da dieses Dorf näher am Eingang lag. Ich machte diesen Ausflug in den Park nicht mit, da meine Blasen an den Füßen von Tag zu Tag nicht kleiner, sondern größer und schmerzhafter wurden (einen Tag im Zimmer/Bett, mit Buch, ist auch sehr schön und entspannend. Ist ja Urlaub!). Von dort aus trennten sich dann unsere Wege und ich bin zurück nach Concepción gefahren um meine Wäsche zu waschen und nachzusehen, ob mein Haus noch steht 😉

Nach zwei Nächten in der Großstadt ging es dann mit einem größeren Teil meiner Familie auf die „Isla Mocha“, die wirklich existierende TRAUMINSEL!! Dort traute ich mich auf ein Pferd. ICH bin geritten.. das würde ich selbst immer noch nicht glauben, wenn da nicht das Beweisfoto wäre 🙂 Eigentlich dachte ich, dass man in die Wüste Chiles fahren müsste  um diesen wunderschönen, unglaublich riesigen Sternenhimmel sehen zu können, aber es reichte aus auf der Mocha nur nachts im Garten zu sitzen und den Himmel zu betrachten. Hier ist so gut wie kein Lichtsmog, für einen Europäer kaum vorstellbar. Erstaunlicherweise verläuft die Milchstraße direkt über uns, so viele Sterne. Ansonsten war es einfach schön, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und alle besser kennenzulernen. Es ist hier richtiges Landleben mit Viehzucht und Fischerei, basic, einfach schön. Ich habe die 10 Tage genossen, so dass mir der Abschied sehr schwer fiel. Aber ich komme wieder!

Zurück in Concepción brachte ich mein Haus wieder auf „Vordermann“ und natürlich hatten wir Freiwilligen uns alle ganz viel von unseren unterschiedlichen Reisen zu erzählen. In die Arbeit und den Alltag kam ich auch wieder relativ schnell und gut rein. Fast schneller als es einem lieb ist 😉

Hoffentlich konnte ich euch einen kleinen Einblick in meine Reise geben und es hat euch gefallen.

Bis zum nächsten Mal, Eure Laura!

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„Weihnachtsfeiertage und Neujahr“

 

Feliz Año nuevo!!!

Ich hatte mich dafür entschieden, mich erst wieder nach den ganzen Feiertage bei euch zu melden, um alles zusammen in einen Blogeintrag zu packen. Also erzähle ich euch mal von meinem Weihnachtsfest und meinem Rutsch ins neue Jahr.

Angefangen beim 24. Dezember, haben wir morgens unser Haus in eine Backstube verwandelt und gemeinsam einen super leckeren Erdbeerkuchen gebacken. Danach kam ein besonderer Teil des Tages, da ich mit meiner weit entfernten Familie geskypt habe und somit pünktlich zum festlichen Essen und bei der Bescherung anwesend war, das Telefonat ging über zwei Stunden!! Für mich war es etwas ganz besonderes ein bisschen dabei zu sein und meine Liebsten ganz nah zu spüren, obwohl man so viele Kilometer voneinander entfernt ist. Uns allen war von Anfang an bewusst, dass die Weihnachtszeit nicht einfach wird, weil man sich sehr vermissen wird, aber irgendwie waren wir uns trotzdem ganz nah. So jetzt genug getrauert, nach dem langen Gespräch habe ich mich weihnachtlich hübsch gemacht und mit meinen Freunden und meiner Großtante den Gottesdienst besucht. Eine meiner Mitfreiwilligen hat mit ihren Kindern das Grippenspiel vorgespielt. Der Gottesdienst war überraschend schnell vorbei, so dass ich mit meiner Großtante danach gleich zu einem Teil unserer Familie gelaufen bin, um dort den Heiligabend zu verbringen. Dort angekommen wurde auch schon das leckere Abendessen serviert und es hat anscheinend allen ganz gut geschmeckt (so wie mir auch), weil alles ganz schnell aufgegessen war. Danach wurde mit dem Geschenke auspacken nicht lange gezögert, es wurden alle Namen vorgelesen und Päckchen verteilt, alle durften dann gleichzeitig ihre Geschenke auspacken, für mich war sogar ein Päckchen von meinen Eltern dabei 🙂 Zum Schluss haben wir noch ein paar Fotos gemacht und uns ein bisschen unterhalten. Normalerweise ist es in Chile üblich, seine Geschenke erst um Mitternacht zu öffen, aber da fließt eben das deutsche Blut mit 😉 Als ich Zuhause ankam, waren meine Mitfreiwilligen alle gerade erst bei der Bescherung angekommen, so dass es noch mehr schöne Geschenke gab!

Am 25. Dezember hat es uns dann bei dem warmen Wetter an die „Laguna chica“ in San Pedro verschlagen, wo wir fast den ganzen Tag verbrachten, indem wir in der Sonne faulenzten und uns immer mal wieder im See abkühlten. Für ein kleines Picknick war natürlich auch gesorgt und wir haben es uns einfach gut gehen lassen. Zum Abendessen habe es dann ein großzügiges und leckeres Raclette.

Da nur der 25.12 frei ist waren die Feiertage auch schon vorbei und wir waren alle wieder in der Arbeit. Unsere Weihnachtsfeier im Hort hatten wir schon in der Woche vor Weihnachten. Zum Einen hatten wir eine Feier für die Eltern und Verwandten, an der meine Kinder auch das einstudierte Lied „Lasst uns froh und munter sein“ vorgeführt haben. Zum Anderen haben wir ein leckeres Mittagessen für die Kinder vorbereitet in schönem Ambiente und danach gab es auch noch Geschenke für alle. Am letzten Arbeitstag vor Weihnachten waren dann keine Kinder anwesend, an diesem Tag hat das ganze Personal miteinander gefeiert und „Amigo secreto“ gespielt, dass ist bei uns soetwas wie „Wichteln“. Ich habe ein großes Handtuch, Öl für die Haare und Schokolade bekommen 😉

Nach einer halben Woche in der Arbeit stand dann auch schon wieder das Silvesterwochenende vor der Tür. Dafür bin ich mit meinen Freunden Freitagnacht noch nach Valparaíso gereist. Morgens um fünf Uhr dort angekommen, waren wir erstmal auf der Suche nach einer Toilette und Kaffee!!! Das einzige was wir gefunden haben war dann eine Tankstelle, an der uns die nette Verkäuferin heimlich nacheinander auf die Personaltoilette gehen lassen hat und Kaffee gab´s zum Glück auch. Alle mit ihrem Becherchen in der Hand gingen wir dann am Hafen entlang und haben den Sonnenaufgang beobachtet. Da wir danach aber immernoch nicht allzu wach waren und wir alle mit unseren schweren Rucksäcken unterwegs waren, haben wir uns dann die letzte dreiviertel Stunde vor den Supermarkt gesetzt und darauf gewartet, dass er auf macht. Zehn Minuten vor der Öffnungszeit hat uns aber unsere Vermieterin kontaktiert und uns angeboten, jetzt in unser Apartment einzuziehen und das war eben ein Fünkchen verlockender. Also haben wir uns in den Bus gesetzt um Richtung „Viña del Mar“ zu fahren, wo wir unsere Unterkunft gebucht hatten. Dort angekommen, haben wir uns dann schnell im nahegelegenen Supermarkt etwas zum Frühstücken gekauft und kamen dann erst richtig an. Den restlichen Tag haben wir damit verbracht, den Strand zu erkunden und einfach so weit es geht am Wasser entlang zu laufen und die Wellen (und Surfer) zu beobachten.

Dann am 31. Dezember haben wir uns ganz früh auf den Weg in die Innenstadt von Valparaíso gemacht, um einige schöne Ecken der Stadt zu entdecken. Und ich muss sagen, sie hat verdammt viele wunderschöne Ecken! Es war noch schöner als man es sich erhofft hatte (siehe Fotos). Dadurch, dass man alles sehen wollte, vergingen die Stunden auch sehr schnell und irgendwann war es schon zu spät, um wie geplant, nocheinmal nach Hause zu fahren, um sich für das neue Jahr schick zu machen. Also haben wir uns gleich auf den Weg gemacht und sind zu einer weiteren Freiwilligen gefahren, welche ihr Freiwilligenjahr in Valparaíso absolviert. Von ihrer Familie wurden alle Freiwilligen zum Essen eingeladen, also waren wir zum Schluss 15 Deutsche, die an einem Tisch saßen. Die Gastfamilie hat uns dann mit einigen Spielen und Verkleidungen an ihren Ritualen teilhaben lassen. Nach dem Essen begann das spektakuläre Feuerwerk, welches wir auf einem der Berge von „Valpo“ angesehen und Neujahr gefeiert haben. Alle haben miteinander angestoßen und Kunstschnee durch die Luft gesprüht. Danach wurde nicht lange gewartet, bis wir uns auf den Weg nach unten in die Stadt gemacht haben. Der Weg ging eine Ewigkeit und es waren sehr viele Leute unterwegs auf den Straßen. Endlich unten angekommen, haben wir dann versucht gemeinsam einen Plan auszutüffteln und uns zu entscheiden, was wir machen und wo wir jetzt unser neues Jahr feiern, jedoch gestaltet sich das mit neun Personen ein bisschen komplizierter. Nach langem Überlegen entschieden wir uns dafür, bei uns in der Nähe von Apartment am Strand zu feiern, also stiegen wir in einen Bus ein, andem die Richtung eigentlich gestimmt hat… 1 1/2 Stunden später waren wir aber noch lange nicht in der Nähe unserer Wohnung also entschieden wir uns dazu, mal auszusteigen um uns nicht noch weiter zu verfahren. Mit dem nächsten Bus indem wir saßen hatten wir genau so wenig Glück, also haben wir unseren Plan dann um halb 5 Uhr morgens gecancelt und uns ein Taxi gerufen, um nach Hause zu fahren. Dort sind wir alle in unsere Betten gefallen und am nächsten Mittag/Nachmittag erst wieder aufgewacht um zu frühstücken. Dann haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt, die einen machen den Spaziergang nach Valparaíso in die Stadt und die anderen legten sich an den Strand. Ich habe mich für den Strand entschieden und es wieder genossen einfach nur das Meer zu beobachten. Den Abend verbrachten wir dann noch damit unsere „Fiesta“ nachzuholen und haben ganz lange in unserer Wohnung getanzt und gesungen. Am nächsten Tag ging es dann Nachmittags wieder zurück nach Concepciòn, die Busfahrt ging leider länger als gedacht/gewollt.

So, dass wars dann auch schon wieder und ich hoffe natürlich, ihr hattet auch schöne Feiertage und seid genau so gut ins neue Jahr gerutscht wie ich!! 🙂

Saludos y feliz Año Nuevo

Eure Laura

„Meine Arbeit“

Hallo,

da meine Hauptaufgabe in meinem Freiwilligenjahr mein Projekt, also genauer gesagt meine Arbeitsstelle ist, möchte ich euch heute ein bisschen darüber erzählen.

Meine Einrichtung besteht aus fünf Gruppen, von ganz kleinen Baby’s bis hin zu den Jugendlichen. Ich arbeite gemeinsam mit zwei Kolleginnen und einem Kollegen mit den ältesten Kindern des Hauses zusammen.

Arbeitsbeginn ist bei mir um 12 Uhr, dann bleibt uns ungefähr noch eine Stunde Zeit, bis die ersten Kinder von der Schule kommen. Anfangs habe ich die Zeit genutzt und bin alle Spanischbücher durchgegangen, die ich zur Hand hatte. Zwischendurch habe ich mir immer wieder ein Buch mitgenommen, mittlerweile sogar eins auf spanisch 😉 In den letzten Wochen hatten wir jedoch viele Vorbereitungen zu treffen, also habe ich schon morgens angefangen mich an die Arbeit zu machen. Um 13 Uhr esse ich dann gemeinsam mit einer Tia und den bis dahin anwesenden Kindern, dass sind ungefähr 2-3 Kinder. Danach isst meine andere Kollegin mit dem nächsten Schwung von Kindern und ich beaufsichtige die spielenden Kinder auf dem Hof. Teilweise spiele ich dann mit den Jungs Fußball oder schaue mir die einstudierten Tänze der Mädchen an. Zwischen drei und vier Uhr werden dann verschiedene Angebote gemacht, zum Beispiel wird eine Konversation über ein bestimmtes Thema gehalten, es gibt Bastel- oder Malaufgaben, wir studieren ein Lied/Tanz ein oder wir machen gemeinsam Hausaufgaben. Ungefähr um fünf Uhr gibt es dann „once“, hierbei bekommen die Kinder eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken, meistens sind es Kekse mit Saft oder Milch. Danach werden die Kinder alle nach und nach von ihren Eltern abgeholt.

Bisher haben wir schon viele Unternehmungen zusammen erlebt, zum einen finden viele Märsche statt, für den Frieden und die Kinderrechte außerdem ist „Violeta Parra“ eine wichtige Person in Chile, sie war eine chilenische Musikerin. Zu ihren Liedern haben wir mit den Kindern eines gesanglich einstudiert und zu einem anderen einen Tanz eingeübt, diese Stücke haben die Kinder schon mehrmals aufgeführt.

Außerdem bin ich dafür zuständig unseren Aufenthaltsbereich schön zu gestalten. Für den Frühling eigneten sich zum Beispiel ganz viele Blumen und Schmetterlinge, für Weihnachten werden dann Sterne gebastelt.

Unter anderem beschäftigen wir uns auch immer wieder mit der Gestaltung von Bäumen auf einem Webrahmen. Diese Bäume werden aus Wolle gestalten und zusammen geknotet. In unserer Gruppe wird viel Wolle verarbeitet, für Weihnachten machen wir die Puppen für die Weihnachtskrippe daraus. Diese Woche sind wir den bestehenden Plan für Dezember durchgegangen und ich habe erfahren, dass im Personal jedes Jahr gewichtelt wird, hier wird es als Spiel bezeichnet und heißt „amigo secreto“ – „geheimer Freund“. Zudem steht ein Weihnachtsfrühstück und ein Fest mit den Kindern an, dieses findet am 22. Dezember statt. Meine spezielle Aufgabe ist, dass einstudieren eines deutschen Weihnachtsliedes, damit habe ich diese Woche angefangen.

Ja gut ich wollte euch eigentlich einige Fakten über meine Arbeitsstelle vorlegen, jedoch ist es einfacher von meiner Zeit in dem Projekt zu erzählen also dann eben so!! 😉

Liebe Grüße,

Eure Laura!

 

„Erlebnisse“

Hallo meine Lieben,

meine letzten drei Wochen waren sehr erlebnissreich.

Zuerst war ich mit zwei meiner Amigas über das lange Wochenende in Santiago. Dort stand am Samstag ein großes Asado mit der Familie an. Mein Lieblingsgericht dabei ist „Choripan“, es ist eine rote Wurst in einem Brötchen, ganz einfach aber sehr lecker!! Am Sonntag haben wir dann an einer Touristenführung durch Santiago teilgenommen, wobei uns tolle Ecken der Stadt gezeigt wurden. An unserem Abfahrtstag haben wir vorher die Zeit genutzt, um uns die Mall anzuschauen, zum shoppen bleibt aber leider keine Zeit 😦

In der Arbeit gab es viel vorzubereiten und zu planen. Zum einen stand der „Marcha por la paz“ an, übersetzt ist es der „Marsch für den Frieden“. Im Vorraus wurde vieles gebastelt und hergerichtet. Hierbei haben sich viele unserer Kinder verkleidet und freudig mitgejubelt.

Außerdem fand in meiner Einrichtung eine Feier für die Großeltern aller Kinder statt. Dafür haben wir auch reichlich geprobt! Die Kinder haben einen Blumentanz von Violetta Parra auf die Beine gestellt und ein anderes Lied von ihr gesungen, da dieses Jahr auch ihr hundertster Geburtstag war. Das Ergebnis war sehr beeindruckend und berührend.

Das Wochenende daraug war ich wieder mal auf ein Familienfest eingeladen, diesmal aber in Concepción! Jedes mal lerne ich ein Stück mehr meiner Familie kennen, was mich sehr freut und begeistert! In Deutschland fällt einem garnicht auf, dass man so viel Verwandschaft hat 😉

Sie haben sich zudem auch noch Gedanken gemacht, was ich denn hier in meinem Zuhause gebrauchen könnte und ihnen ist die richtige Sache eingefallen .. zum Schluss bin ich mit fünf Tüten voller Lebensmittel nach hause gefahren!!

Leider bleiben die Krankheiten nun mal nicht aus, deshalb muss ich gestehen, dass ich Besuch von Flöhen hatte 😦 Jedoch habe ich sie mit einer heißen Wäsche verwöhnen können!

Mein letztes Wochenende war sehr vollgepackt. Da der Freitag ein Feiertag war, haben wir uns viele schöne Sachen vorgenommen. Donnerstag Abend fand der zweite deutsche Stammtisch statt. Dieser wird zusätzlich zum Tandemprogramm angeboten. Hierbei können alle Leute aus Concepción kommen, die sich gerne im deutschsprachigen Ambiente aufhalten und neue Leute kennenlernen möchten. Zudem haben wir alle auch eine/n „Tandempartner“ (Nein das ist leider keine Perosn, mit der man sich ein Tandemfahrrad teilen kann 😉 ). In meinem Fall ist es ein Chilene, welcher gerade Deutsch lernt und ein bisschen üben möchte. Dazu treffen wir uns dann in einem Café, einer Bar oder an einem anderen Ort, an dem man sich abwechselnd auf Spanisch und Deutsch unterhalten kann.

Am Freitag haben wir uns dann dazu entschlossen, eine dreiviertel Stunde in Richtung „Lenga“ zu fahren, um uns am Strand ein OpenAir Konzert anzusehen. Am Abend war ich dann das erste mal in Chile in einer Disco, diese heißt „la otra esquina“ und es war sehr lustig. Vor allem hat es riesigen Spaß gemacht, stundenlang einfach nur zu tanzen!

Nun steht Halloween vor der Tür, da wir selbst nicht an fremden Häusern klopfen und nach „süßem oder saurem“ fragen können, verbringen wir den gruseligen Abend zuhause. Da am Mittwoch aber wieder ein Feiertag vor der Tür steht und wir nicht vollkommen von den Traditionen abweichen möchten, kochen wir gemeinsam eine Kürbissuppe 🙂

Ich freue mich drauf!

Hasta pronto!!!

 

 

 

„Fiestas“

 

Halli Hallo,

hier bin ich nun wieder nach den vielen Fiestas.

Bevor ich euch aber davon erzähle, wollte ich noch erwähnen, dass wir am Wochenende zuvor in Tomé am Strand waren. Leider war der Wind ziemlich kalt und bewölkt war es auch, trotzdem haben wir dort einen schönen Tag verbracht. Mit Muscheln sammeln, auf Felsen klettern, Seelöwen betrachten, natürlich ein paar Bilder machen und einfach nur am Atrand entlang schländern. Zum krönenden Abschluss gab es dann „Completos“ zu essen, dass sind HotDog’s mit Avocado und Mayo.

In den letzten zwei Wochen haben wir viel gefeiert, so wie es mir auch vorher gesagt wurde!

Vom 11.9.-14.9. wurde in meiner Einrichtung vieles geboten. Darunter eine Show mit Clown’s und Artisten, typische chilenische Gerichte, wo ich bei der Herstellung von gefühlt 1000 „Pajaritos“ voll mitgeholfen habe. Dies ist ein eingerollter Teig mit Zuckerschaum und Streuseln zur Verzierung. Außerdem gab es einen Tag der Tänze, an dem ein Tanz aus Peru, Flamenco, mein einstudierter Gardetanz und natürlich der chilenische Volkstanz „Cueca“ aufgeführt wurden.

Am Samstag den 16.9. bin ich dann mit einem Teil der Familie nach Pucón aufgebrochen, wo wir in einem schönen Apartment mit drei Schlafzimmern, drei Nächte verbringen konnten. Da Pucón am „Lago Villarrica“ liegt, gab es natürlich viele schöne Strände zu besuchen. Außerdem gibt es eine sehr schöne Innenstadt, mit vielen Cafés und Touristenattraktionsmöglichkeiten.

An einem der Urlaubstage waren wir auf einem „Asado“, dies ist ein großes Grillfest mit der Familie. Dort gab es für mich auch meinen ersten „Terremoto“, welcher ein typischer chilenischer Drink ist. War aber nicht ganz mein Geschmack, es ist nun mal vieles zu süß hier 😉

Zurück in Concepción geht die Arbeit wieder los, jedoch nur für drei Tage, da das Wochenende gleich wieder vor der Tür steht.

An diesem „fin de semana“ (Wochenende) haben wir eine Wanderung durch das „Reserva Nacional Nonguén“ gemacht. Der Aufstieg zum Aussichtspunkt war schwer, jedoch hat es sich gelohnt und unterwegs waren viele schöne Zonen und Lebewesen zu entdecken! Ich bin sogar einer Elfe begegnet! 😉 Leider hat mich der Muskelkater trotz allem gequält.

Die nächsten Wochen ist noch nichts besonderes geplant. Jedoch haben wir auch ohne große Planung immer was zu tun. Abgesehen vom putzen, Wäsche waschen und kochen sind wir auch immer auf der Suche nach neuen süßen Cafés 🙂

Liebe Grüße,

Eure Laurita

„In Chile angekommen“

Hola!

Nach gut 3 Wochen melde ich mich jetzt zum ersten mal aus meiner neuen Heimat, aus Concepción in Chile. Seitdem ich hier bin, konnte ich viele verschiedene und neue Eindrücke erfahren.

Ich fange mal am Anfang an…

Nachdem wir in Santiago, der Hauptstadt Chiles, gelandet sind, haben wir drei Tage dort verbracht, um den ganzen Papierkram zu erledigen. Übernachten konnten wir in einer Art Jugendherberge, wo auch unsere Seminare im Garten (in der Sonne) durchgeführt wurden. Mit dem Bus ging es dann für mich und fünf weitere Freiwillige nach Concepción. Am Busbahnhof wurden wir im Dunkeln abgeholt und zu unseren Wohnungen gefahren. Glücklicherweise kamen wir am Wochenende an, so dass wir uns noch einrichten und uns die Stadt ein bisschen anschauen bzw. einkaufen konnten.

Am Montag ging es dann los mit der Arbeit, an diesem Tag war ich im Kindergarten, wo die Kinder 3-4 Jahre alt sind. Dies war jedoch bis jetzt mein einziger Tag bei den kleinen Kindern. Seit dem bin ich im Hort tätig und arbeite mit Kindern von 5-17 Jahren. Ich wurde lieb von meinen zwei Kolleginnen und meinem Kollegen empfangen und sie machen viele Scherze mit mir, welche ich nicht immer ganz verstehen kann, da es mit der Sprache anfangs nicht ganz so einfach war. Jedoch merke ich, dass ich immer mehr verstehe und ich auch verstanden werde, wenn ich etwas sagen möchte. Wenn ich in der Arbeit ankomme, habe ich meistens Zeit, meine Vokabeln zu lernen und mir Notizen zu machen, da um 12 Uhr noch keine Kinder anwesend sind. Wenn sie dann eintreffen, spiele ich mit ihnen meistens Fußball und übernehme so die Aufsicht.

In der letzten Woche wurde unsere „Sala“ für den „diez y ocho“ oder auch „Fiestas Patrias“ genannt, geschmückt. Dieser ist am 18. September und es wird dabei die Unabhängigkeit Chiles gefeiert, jedoch nicht nur einen Tag, sondern die gesamte Woche. Es stehen viele verschiedene Aktivitäten auf dem Programm, zudem auch ein Gardetanz von den Kindern, welchen ich mit ihnen einstudiert habe. 😉 Über die eigentlichen Feiertage werde ich mit einer Großcousine und ihrer Familie nach Pucon fahren und dort „Fiesta“ feiern.

In meiner Wohnung fühle ich mich ganz wohl und ich verstehe mich mit meiner Mitbewohnerin auch sehr gut! Da es in Chile gerade noch Winter ist, frieren wir beide teilweise sehr in unserer Wohnung, aber die Wärmflaschen helfen uns ganz gut weiter. In diesen drei Wochen ist mir aufgefallen, dass ich nicht all zu gut kochen kann 🙂 aber das ändert sich hoffentlich im Laufe des Jahres!

Das war es jetzt erst einmal mit meinen ersten Eintrag und ich melde mich bald wieder bei euch!

Eure Laura

 

„Bald geht’s los“

Nachdem ich jetzt meine Urkunde erhalten habe worauf geschrieben steht „Staatlich geprüfte Kinderpflegerin“ 🙂 gönne ich mir noch ein paar freie Tage, in denen auch meine Abschiedsfeier stattfindet.
Vom 31.07 – 08.08.2017 reise ich nach Berlin, wo das Vorbereitungsseminar für meinen Freiwilligendienst beim Verein Junger Freiwilliger abläuft. Dort werde ich noch mit vielen wichtigen Informationen gefüttert.
Danach verbringe ich noch eine Woche Zuhause, bevor ich von München über Amsterdam und Buenos Aires nach Santiago de Chile aufbreche. Vor Ort werden wir noch ein paar Tage mit unserer Mentorin verbringen und uns akklimatisieren.
Arbeitsbeginn in Concepciòn ist voraussichtlich der 21. August. Sobald ich mich dort eingefunden habe, melde ich mich wieder bei euch.
Liebe Grüße, Laura